Home Staging: wie sie ihre Immobilie für den Verkauf vorbereiten

In Amerika läuft der Immobilienmarkt etwas anders als hierzulande. Nicht nur, daß der Beruf des Immobilienfotografen sehr häufig ist, der zu verkaufende Immobilien in perfekten Bildern darstellen soll, ist auch in den USA die bei uns noch eher wenig genutzte Dienstleistung des „Home Staging“ üblich, wobei u.A. durch Umräumen, Stylen und Säubern von Häusern und Wohnungen diese zum Verkauf hergerichtet werden sollen, um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen. Denn der private Interessent eines Hauses sucht zwar die zu besichtigenden Häuser nach logischen Gesichtspunkten aus, beim Ortstermin jedoch überwiegt das Gefühl. Sie als Besitzer können bereits im Vorfeld viel zum guten Gefühl des Interessenten beitragen – ein weitaus besserer Verkaufspreis für Ihre Immobilie wird Ihnen sicher sein.
Einige Tipps dazu:

  • Der erste Eindruck zählt
    Bevor Interessenten ihr Haus besichtigen, sehen diese natürlich das Äussere des Hauses und die unmittelbare Umgebung wie den Vorgarten, den Zaun und den Eingangsbereich. Präsentieren Sie ihre Immobilie bestmöglich!

    • Rasen: ein gemähter Rasen ist das Mindeste. Lassen Sie nichts auf dem Rasen liegen, das dort nicht hingehört: Kinderspielzeug, der Rasenmäher und selbst der Gartenschlauch – in den Geräteschuppen oder Keller damit!
    • Briefkasten: klingt unwichtig, ist es nicht. Reinigen, neu streichen oder ersetzten. Und entfernen sie überquellende Werbeprospekte vor Besichtigungen!
    • Wege und Einfahrten: achten sie darauf, daß diese sauber und frei von Gerümpel und Unrat sind.
    • Türklingel: sollte funktionieren – Interessenten werden anläuten!
    • Eingangstüre: mindestens gründlich reinigen, ggf. neu streichen oder gar eine neue Türe einsetzen.
    • Zaun: sollte zumindestens stabil und gerade wirken. Ggf neu streichen, Drahtgitterzäune nötigenfalls befestigen und spannen.
    • Wände und Mauern: abfallender Verputz und abgeschlagene Kanten wirken nicht Vertrauen erweckend.Tun sie etwas dagegen!
  • Alles funktioniert:
    Da Sie nie wissen können, welche Teile Ihres Hauses ein Interessent genauer betrachten will, sorgen Sie dafür, daß alles in Ihrem Haus so funktioniert wie vorgesehen. Achtung: hier geht es nicht darum, etwas vorzutäuschen!

    • Lichtschalter: sollten tatsächlich mindestens ein Licht plangemäß ein- und ausschalten können.
    • Schlösser und Türen: sollten alle schließen und sich wieder öffnen lassen
    • Automatische Garagentore: sollten auf Knopfdruck auf- und wieder zugehen.
    • Wasserhähne: optimal, wenn sie NICHT tropfen.
    • Heizung: ist nicht bereits Zeit für die nächste Überprüfung und Wartung? Werfen Sie einen Blick auf die angebrachte Prüfplakette, bevor es der Interessent tut. Wenn Ihr Haus nicht ständig bewohnt wird: sorgen Sie rechtzeitig vor Besichtigungen für eine angenehme Raumtemperatur!
  • Sauber, hell, gemütlich
    In Ihrem Haus sollte für Besichtigungen alles ansprechend aussehen. Das muß nicht „teuer“ bedeuten!

    • Sauberkeit: reinigen Sie Türen, Fenster, Türstöcke – alles, was bei näherer Betrachtung eine Reinigung gebrauchen kann. Das Badezimmer sollte nicht nur sauber sein, sondern REIN (denken Sie an eine Reinigungsmittelwerbung, etwa so). Vergessen Sie nicht die Spinnweben in den Ecken! Keine dreckigen Teller im Spülbecken!
    • Helligkeit: putzen Sie die Fenster und Spiegel im Haus. Ziehen Sie die Vorhänge ganz auf. Tauschen Sie ggf. schwache Glühbirnen gegen die nächst stärkere Version. Bei abendlichen Besichtigungen alle Lichter im Haus aufdrehen. Frische, weiße Handtücher ins Bad! Frische Tischtücher in dezenten Mustern oder in weiß auflegen!
    • Farbe: streichen Sie jede Wand frisch, die in den letzten 2 Jahren nicht gestrichen wurde. Weiters Türen und Fenster aus Holz, die seit mehr als 4 Jahren keinen neuen Anstrich hatten. Ergibt verblüffend viel Effekt um wenig Geld!
    • Kamin/Ofen: wenn sie einen offenen Kamin oder einen Ofen mit Sichtfenster haben – verwenden sie ihn. Wirkt gemütlich (natürlich nicht bei 30° Aussentemperatur!)
  • Guter Duft
    Jedes Haus riecht anders. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Haus BESSER riecht als alle anderen.

    • Lüften: regelmäßiges Lüften beugt nicht nur Schimmel vor, auch vor einer Besichtigung kann frische Luft nicht schaden. Besonders wichtig, wenn ihr Haus nicht ständig bewohnt wird!
    • Geruchsquellen beseitigen: Sanitärinstallationen sollten dicht sein. Schuhe in den Kasten. Bei nicht regelmäßig bewohnten Immobilien: regelmäßig Wasserhähne bei Waschbecken, Badewanne und Dusche aufdrehen – aus ausgetrockneten Siphonen stinkt es unglaublich erbärmlich!
    • Angenehmen Duft einbringen: Duftlampen wirken Wunder! Empfehlenswerte Öle: Zitrone, Orange, Zimt, Nelken. Nicht zu viel Öl nehmen – maximal zwei Tropfen pro Lampenfüllung, sonst ist der Effekt zu extrem.
  • Neutral bleiben
    Potentielle Käufer sollen sich bei der Besichtigung aufs Haus konzentrieren können, und nicht von Inventar oder Deko abgelenkt werden.

    • Neutrale, helle Farben: entfernen Sie dramatische Muster oder Farben – nicht jeder Interessent wird diesen Geschmack teilen. Helle, freundliche und neutrale Farben wirken meist besser.
    • Keine zu persönlichen Dinge: entfernen Sie die 200 Fanartikel Ihrer Lieblingsmannschaft von der Wand, packen Sie zu erotische Kunstwerke und Fotos ins Zwischenlager. Übersiedeln sie den größten Teil der Bierdeckelsammlung bereits vor den ersten Besichtigungen.
      Sie wissen, was ich alles meine – weg damit!
    • Keine Besichtigungen mitmachen: beauftragen Sie einen guten Makler, ihre Immobilie zu verkaufen. Interessenten müssen sich vorstellen können, das Haus selbst zu besitzen und zu bewohnen. Das wird erfahrungsgemäß schwieriger, wenn der aktuelle Besitzer mit dabei ist.
  • Platz schaffen
    Je mehr Dinge in einem Haus gelagert sind, umso unordentlicher wirkt es.

    • Ausmisten – jetzt, wo sie ja sowieso demnächst übersiedlen wollen, ist der optimale Zeitpunkt. Zu diesem Zweck ist das Buch Simplify your life sehr zu empfehlen, wo es weiterführende Tipps für effektives Ausmisten gibt.
    • Abräumen: Die Oberseiten von Kästen und Kommoden neigen dazu, mit Kleinzeug vollgestellt zu werden. Entfernen Sie alles, was weggepackt werden kann. Für Dekorationen auf Kommoden und Kästen gilt: nicht mehr als 3 Stück Deko pro Obefläche. Weg mit Zetteln und Notizen am Kühlschrank. Bekleidung soweit möglich in den Kasten, wenigstens aber auf einen Kleiderbügel an die Garderobenwand. Kinderspielzeug in Spielzeugkisten verstauen. Bücher und DVDs sauber geschlichtet in Regale.
    • Zwischenlagern: organisieren Sie sich frühzeitig Umzugskisten und bringen Sie alle Dinge in ein Zwischenlager oder bereits in ihr neues Heim, die sie behalten möchten, aber nicht mehr unmittelbar im alten Domizil benötigen. Weiters alle Dinge, die noch sortiert oder durchgesehen werden müssen. Entfernen Sie schlicht alle Dinge aus dem Haus, die nicht schön, funktionell und neutral sind. Nicht einfach in der Garage lagern – auch diese könnte besichtigt werden! Lassen Sie ihre Immobilie bewohnt, aber nicht zugeschlichtet wirken.

Diese Tipps kosten allesamt nicht viel Geld, können aber den Verkaufswert Ihrer Immobilie merkbar steigern (oder zumindest die Zeit bis zum Verkauf merklich verkürzen). Denken Sie mal drüber nach, welchen Aufwand man üblicherweise mit Putzen und Polieren betreibt, wenn man ein Auto verkaufen will. Bei Immobilien geht es grob geschätzt um den zehnfachen Wert – nehmen Sie sich die Zeit (oder beauftragen Sie einen professionellen Home Stager)!

Wenn Sie einen guten Makler beauftragen, ihr Haus zu verkaufen, so wird dieser sie ebenfalls gerne beraten, welche Maßnahmen sinnvoll und nötig sind. Ein Tipp noch zum Schluß: planen Sie die nötigen Maßnahmen rechtzeitig! Anstriche und Erneuerungen sollten mindestens 4 Wochen, besser 6 Wochen vor den ersten Besichtigungen fertiggestellt sein, da diese sonst ZU neu wirken!

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1 Kommentar zu „Home Staging: wie sie ihre Immobilie für den Verkauf vorbereiten“

  1. Hagen Immobilien sagt:

    Wirklich sehr gute Tipps, die man vor einer Besichtigung beachten und einhalten sollte! Aber wie in dem Artikel auch schon angemerkt – wenn Sie einen guten Makler beauftragen, wird dieser mit Ihnen nocheinmal alles durchgehen….

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